Fansubber Typen (zu gut für Comment only)

Lightmaker Juli 16, 2008 um 2:55 Uhr nachmittags

Vielleicht ist es für die Leute auch ganz interessant zu wissen, dass es verschiedene Typen von Fansubbern gibt. Dann können sie sich überlegen, zu welchem sie mutieren wollen. Der Kürze halber hier nur die wichtigsten:

DER SOMMERFERIEN-SUBBER

Naturgemäß Schüler. Sobald die Sommerferien anfangen, kommt ihm die coole Idee, ein Fansub-Team aufzumachen oder sich einem solchen anzuschliessen – jetzt ist ja endlich mal Zeit dafür da. Allzuviel Zeit allerdings auch nicht, also wird in 3 Tagen fix das Handwerk erlernt und dann geht’s los. Allerdings nur wenn’s gerade regnet oder die Kumpels keine Zeit haben, um saufen zu gehen. Blöd, dass die Sommerferien so schnell vorbei sind. Naja, der nächste Sommer kommt bestimmt. Oder der übernächste. Wenn man dann noch Animes gucken mag.

DER GELEGENHEITS-SUBBER

Sucht nach einem guten Sub seiner Lieblings-Animes. Falls er nicht fündig wird oder ihm die Lust am Warten vergeht, macht er sich schliesslich selbst ans Werk. Agiert unauffällig und bastelt nebenher schöne Subs zusammen, die allerdings kaum jemand jemals zu sehen bekommt, wenn sie nicht zufällig ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden.

DER YINGYANG-SUBBER

Versucht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schule/Studium/Beruf/RL & Hobby zu finden. Opfert fast täglich etwas Freizeit, um den Sub am Laufen zu halten und relativ regelmäßige Releases in guter Qualität und nicht allzu großen Zeitabständen zu ermöglichen. Schafft es irgendwie, nebenher ein halbwegs normales Leben zu führen.

DER SPEED-SUBBER

Ist der Notarzt für alle Otakus, die den ganzen Tag im Internet nach den neuesten Raws ihrer Lieblings-Animes suchen und verzweifelt im Deutsch-Japanisch-Wörterbuch rumblättern, damit sie wenigstens ahnen können, worum’s da geht. Ein Speedsub versorgt mit dem Nötigsten, lindert schnell die schlimmsten Beschwerden und schützt besagtes Wörterbuch vor dem Zerfleddern.

DER HARDCORE-SUBBER

Hat längst seinen Job gekündigt und jeglichen Kontakt zu Familie und Freunden abgebrochen, damit er sich ganz dem einzig wahren widmen kann: Animes und deren Subs. Lebt als Hikikomori von Pizza&Bier-Bringdiensten beliefert nur noch vor seinem PC und träumt davon, täglich einen komplette Serie mit Subs zu releasen. Stürzt jeden Abend in eine tiefe Lebenskrise mit Selbstmordgedanken, weil ihm das nicht gelingt. Führt ausschliesslich Selbstgespräche in Anime-Japanisch und kennt alle OP/ED-Songs mit Karaoke auswendig.

5 Gedanken zu „Fansubber Typen (zu gut für Comment only)

  1. Lightmaker

    Bei der Gelegenheit will ich mal was brechen – und zwar ‘ne Lanze. Ich mach das ja noch nicht lange und nur so nebenbei – aber allmählich wird mir klar, was Fansubber eigentlich leisten.

    Kurenai ist textmässig wirklich ein absoluter Hammer. Ich sitze immer noch an Horror-Episode 3 (noushi weiss, warum “Horror”) – und diese Textmenge (inzwischen über 600 Zeilen) neu zu übersetzen, umzuformulieren und neu zu timen (das Timing von BSS ist für die Tonne), ist wirklich heavy. Speziell bei diesen hektischen Dialogen.

    Ich werde in Zukunft jedenfalls wesentlich leiser sein, wenn ich nach neuen Releases quengele, weil’s mir mit Team XYZ mal wieder zu lange dauert …

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  2. Ascardia

    Kann ich mir vorstellen, dass subben net grad einfach ist! Aber ihr macht es echt klasse. Eure Releases kommen wirklich zügig vorran. Hut ab. Da können manch andere Grp sich ne scheibe abschneiden von euch! 🙂

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  3. Lightmaker

    Danke für das Lob, aber Du darfst nicht vergessen, dass hier auf jegliche FX und Karaoke verzichtet wird.

    Bei den Speedsubs, weil sie sonst eben nicht so schnell zur Verfügung stünden – und bei meinen neuen Kurenai-Subs, weil ich darauf keinerlei Wert lege. Mir geht’s nur um den Inhalt, nicht um die Verpackung.

    Und gerade FX und Karaoke-Timing sind halt sehr aufwändig und Zeitintensiv. Von daher ist klar, dass das hier deutlich schneller geht als bei anderen. Und zudem möchte ich mir allein diese Arbeit auch nicht machen, sonst gäb’s von mir vermutlich auch nur alle 3 Monate ‘n Release, weil meine Freizeit sehr knapp bemessen ist …

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